SammelPunkt

Antiquariat für Trivial-Literatur

Das grösste Schweizer Antiquariat für Comic, Science-Fiction und Fantasy in Zürich




Kult: Amerikanische Science Fiction Taschenbücher aus den 50ern und 60ern

C.M Kornbluth, Frederik Pohl, Frederic Brown, Richard Matheson , Harry Harrison, Kate Wilhelm, Ray Bradbury, John Wyndham, Leigh Brackett und viele andere im amerikanischen Original. Romane und Story-Sammlungen vom Feinsten.

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Neu im Laden: 500 Bessy Erstauflagen

Bessy ist comicmässiges Urgestein. Der Belgier Willy Vandersteen (1913 – 1990) entwickelte die Serie im Jahre 1952 als Abenteuerserie für junge Leser, zuerst als Zeitungstrip und später als eigenständige Comicserie. Der Filmhund Lassie stand dafür Pate. Gezeichnet wurden die Geschichten im Studio Vandersteen von verschiedenen Zeichnern.

Den grössten Erfolg feierte Bessy jedoch in Deutschland. Von 1965 bis 1985 erschienen beim Bastei-Verlag 992 Abenteuer vom jungen Farmersohn Andy Cayoon und seiner treuen Collie-Hündin Bessy im nicht mehr ganz so wilden Westen.

20 Jahre lang prägte der weisse, später gelbe Schriftzug auf roten Balken die Comicsauslagen der Kioske. Bessy ist mit 992 Heften die längste deutsche Westernserie. Schon beeindruckend. Der in erster Linie für seine Filmplakate.bekannte Klaus Dill (1922 – 2002) gestaltete viele (der besten) Titelbilder.

Viel erstaunlicher als die lange Laufzeit der Serie, ist die Entwicklung seit es die Serie nicht mehr gibt: In den fast 25 Jahren hat sich Bessy zu einem Kult- und Sammlerobjekt entwickelt. Es erscheinen regelmässig Neuauflagen und Neu-Übersetzungen und die Covers von Klaus Dill werden als Miniposter in Sammelmappen herausgegeben.

Bessy gehört im Laden und an Börsen zu unseren heimlichen Bestsellern.

Nur, es ist nicht einfach, gut erhaltene Bessy Hefte für Sammler zu finden. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Comics von Bastei aus recht dünnem Papier waren und sich entsprechend schnell abnutzten. Vor allem die tiefen Nummern der Erstauflage gehen schon ziemlich ins Geld. Wohl dem, der den Heften Sorge getragen hat…

Und so einen haben wir gefunden. Und der wollte sich erst noch von seinen Heften trennen. Deshalb ist Mark im Moment damit beschäftigt 500 (!) Bessy-Hefte zu verarbeiten. Der grösste Teil der Hefte sind im gutem bis sehr gutem Zustand (1 – 1.5).

Also - wer Interesse hat, soll sich melden…

Gruss

Steve

Ein Trip an den Rand der Science Fiction mit Stefan Pinternagel

Nachtrag zur Lesung von Stefan Pinternagel vom 5. Februar 2009.

Einen Monat ist es her, seit Mark zum Stelldichein mit dem Schriftsteller und Dichter Stefan Pinternagel gebeten hat.

Am Nachmittag haben Morgane, Andreas und ich noch Snacks und Sandwichs bis zum Abwinken zubereitet. Mark, Mimmo und Peter haben Getränke und Sitzgelegenheiten organisiert und den Laden auf Hochglanz poliert. Schön sah es aus im Sammelpunkt.

Und so fanden 35 Interessierte und Freunde am Donnerstagabend nach Ladenschluss den Weg in den Sammelpunkt. Weniger als wir gehofft, aber mehr als wir befürchtet haben. Nicht schlecht für einen Februar, denn, das zeigt die Erfahrung, der Februar ist immer ein schwieriger Monat für Veranstaltungen.

Stefan Pinternagel begann seine Lesung mit einem Ausflug in die Schattenwelt der Verschwörungstheorien. Er las Stellen aus “Und morgen der ganze Weltenraum”: Ausserirdische, Hitler und Nazi-UFOs. Dazwischen erklärte er, wie er auf das abstruse Thema gekommen war und reichte Illustrationen herum. Schräg - vor allem, wenn man bedenkt, dass es eine ganze Gruppe von Menschen gibt, die das tatsächlich glauben…

Der zweite Teil der Lesung ging dann ans Eingemachte – „Cyber Junk“ handelt von der Sucht nach Extrem-Erfahrungen. Fortschritte in der Internet- Technologie erlauben es dem Surfer der Zukunft, gespeicherte Erfahrungen direkt ins Gehirn runter zu laden und diese Erfahrungen selbst nach zu erleben. Snuff in der letzten Konsequenz.

Die gelesenen Stellen überforderten einen Teil des Publikums durch die schonungslose Darstellung der Gewalt. Das ist nicht jedermanns Sache. Pinternagels Texte sind sehr direkt und völlig schnörkellos. Das fährt ein. Ganz besonders auch, weil Pinternagel wirklich ausgezeichnet liest.

In den folgenden Diskussionen wurde dann auch immer wieder gefragt: Darf man das? Soll man das? Und warum tut man das? Nun, diese Fragen konnten am Abend der Lesung nicht restlos geklärt werden. Unterdessen war es spät geworden, die Sandwichs waren weg, und die meisten Gäste machten sich auf den Heimweg.

Alles in allem war es ein gelungener Abend.

Wir bedanken uns bei Stefan Pinternagel für die Gelegenheit unseren Horizont zu erweitern und eine gelungene Performance (nicht jeder Schreiber kann auch lesen…).

Wir bedanken uns bei den Sammelpunkt-Irregulars für die investierte Arbeit.

Und wir bedanken uns natürlich bei unseren Gästen für die Bereitschaft sich auf etwas Neues einzulassen. Danke an alle.

Den offenen Fragen werden wir im kleineren Rahmen auf jeden Fall noch nachgehen… Wir werden an dieser Stelle informieren, sobald wir uns mit Stefan auf ein Format und ein Datum geeinigt haben. Wer sich dafür interessiert, soll doch bitte Email oder Telephon bei uns deponieren.

Mit freundlichen Grüssen

Steve

PS: Wer sich für die Bücher von Stefan Pinternagel interessiert, soll im Sammelpunkt nachfragen. Wir organisieren das…

Fotos von diesem Anlass:

Fragmente

Pinternagel verweist Hannibal und Dexter auf ihre Plätze

Und zum Schluss der letzte von drei Romanen von Stefan Pinternagel, die ich mir als Vorbereitung auf seinen Besuch rein gezogen habe - Fragmente. Wieder geht es um Serienkiller…

Schon im Science Fiction Roman „Cyber Junk“ hat der Autor eine Technologie beschrieben, die es einem Internet-User erlaubt die gespeicherte Erinnerung eines Fremden zu „erleben“. Der Held des Romans wird im Laufe der Geschichte süchtig nach den Erinnerungen von Morden und Vergewaltigungen, der ultimativen Snuff-Erfahrung.

In Fragmente geht Pinternagel einen Schritt weiter, er versetzt uns gleich von Anfang an in den Kopf eines Serienkillers.

Das tut er auf drei verschiedenen Ebenen. Da ist die Erzählung: Ein Deutscher erzählt von seinen Ferien in Frankreich. Er mietet ein kleines Haus, geht aus zum Essen, trifft dabei ein anderes deutsches Paar, das er zu sich ins Ferienhaus einlädt und dann für den Rest des Buches systematisch zu Tode foltert.

Der Ton ist sachlich. Erzählt wird, was geschieht. Emotionslos und mit einem Auge fürs (blutige) Detail.

Die zweite Ebene ist der innere Monolog des Killers. Er erzählt von Stationen seiner Kindheit, seiner Jugendzeit und seiner Karriere als Serienkiller. Auch das ist ein nüchterner Report, ohne Schilderungen oder Gefühle.

Als Leser suche ich hier nach Ursachen, nach Erklärungen für den Wahnsinn und tatsächlich ist seine Biographie ein einziger Alptraum, aber ich finde keine klassischen Traumata, wie sie in Hollywood fest zum Serienkiller-Genre gehört, sondern einen fortlaufenden Prozess der Endwürdigung und der Entmenschlichung. Populär-Psychologen kommen allerdings zu kurz.

So einfach macht es uns der Pinternagel nicht.

Die dritte Ebene des Buches ist eine Erinnerung daran, dass Serienkiller eben keine Filmmonster sind. Pinternagel listet reale Serienkiller auf - die Zahl der Opfer, Besonderheiten, Methoden und manchmal Kurzbiographien oder Anekdoten. Es ist eine perverse Bestenliste der Grausamkeit im Boulevard Stil.

Diese Liste wird im Laufe des Lesens zum eigentlichen Horrortrip des Buches, denn hinter jedem dieser Einträge steht eine reale Geschichte die sehr wahrscheinlich mindestens so grässlich ist, wie die des fiktiven, deutschen Holiday-Killers.

Und so geht das kapitelweise: Handlung, Biographie und „Best of“. Einer nach dem anderen und immer wieder. Je weiter man liest, desto näher rückt das alles zusammen und verdichtet sich.

Pinternagel schrieb hier Horror vom Feinsten. Fragmente ist eine literarische Grenzerfahrung. Sein eigenständiger Doku-Stil, das Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen und die realistische Darstellung der Gewalt – das wirkt. Und Fragmente wirkt nach, denn Pinternagel entlässt uns ohne Auflösung oder Erklärung.

Fragmente ist „scary stuff“. Und eklig. Und verstörend.

Ich gebe ja zu, dass ich ein Weichei bin. Ich fand Hannibal sogar beim zweiten Mal zum Fürchten. Das war mal - nach Pinternagel entpuppt sich eigentlich fast alles, was ich zum Thema Serienkiller gelesen und gesehen habe, als „nett – nicht aufregend, aber nett“.

Am 5. Februar wird sich Stefan Pinternagel im Sammelpunkt dafür rechtfertigen müssen…

Fragmente
Stefan T. Pinternagel
Atlantis Verlag
ISBN-13 978-3-936742-28-2

Wer ist Stefan T. Pinternagel? - The Sequel

„Cyber Junk“ – die fünfstündige Hörbuchfassung von Stefan T. Pinternagel Roman stand auf dem Programm. Lesen tut Dennis Rohling.

Und schon wieder fühl ich mich nicht richtig zuständig. Ich mag zum Beispiel weder Psychokiller noch Splatterfilme. Ist nicht mein Ding. Nun, man soll öfters mal was Neues versuchen – also rein mit der CD…

Wir schreiben die nähere Zukunft und die Welt ist am Arsch. Sorry, ist so. Alles was schief laufen kann, wird schief laufen. Nach dem Supergau schafft Russland als einziger den Phönix. In der Zukunft ist Russland die Number One.

Andrej Gostewic ist Neuronet-Vertreter in Moskau. Das Neuronetz ist eine Art Internet, das direkt mit dem Hirn verkabelt ist. Der Surfer der Zukunft kann Gedanken lesen und Erinnerungen anderer Personen erleben. Andrej wird selber süchtig nach dem virtuellen Erleben von echten Morden. Er kann bald nicht mehr zwischen virtuell und real unterscheiden und wird selber zum Mörder…

Cyber Junk ist astreiner Cyberpunk in der Nachbarschaft von Philip K. Dick und Enki Bilal. Es geht um Voyeurismus und um Gewalt als Virus. Es geht um die Faszination mit Snuff-Movies, Mord und Serienkillern. Das Neuronetz erlaubt es nicht nur die Taten von Serienkillern nachzulesen, sondern sie selbst virtuell zu erleben! Ist das „Dexter“ für Fortgeschrittene?

Pinternagel entwirft mit akribischer Sorgfalt eine Welt einen Schritt vor dem Abgrund, aber immer noch in voller Fahrt. Und die Passagiere halten sich mit Psychodrogen und Gedankenpornographie bei Laune. Eine schöne, neue Welt in allen Details. Fast schon fluffig. Mit Lesen hätte ich sehr wahrscheinlich Mühe, aber der Sprecher Dennis Rohling macht was draus.

Pinternagels Beschreibungen erwachen zum Leben und so wird das Moskau der Zukunft zum eigentlichen Star des Romans. Der komplexe Hintergrund stiehlt der Handlung fast ein wenig die Show. Die Liebesgeschichte und der daraus resultierende Psychokrimi sind erstaunlich gradlinig. Andrejs Abstieg zum Cyber Junkie hingegen vermag zu faszinieren: Aus Abscheu wird Faszination und schliesslich eine Sucht und aus dem Voyeur wird ein Täter.

Fazit: Weltenbauer Pinternagel vermag zu faszinieren und in den Bann zu schlagen. Die Hörbuchfassung ist die fünf Stunden wert. Keine Frage…

Cyber Junk

Hoerplanet

5 Stunden Laufzeit
Sprecher: Dennis Rohling
32 Minuten „Making of“
www.hoerplanet.de

Bis zur nächsten Folge von „Wer ist Stefan T. Pinternagel?“. Dann geht’s um Serienkiller.

Einladung: Am 5. Februar liest Stefan T. Pinternagel im Sammelpunkt

Es steht fest: Am Donnerstag, 5. Februar um 20:00 besucht uns der Schriftsteller und Poet Stefan T. Pinternagel im Sammelpunkt. Er wird lesen, spielen und unsere Fragen beantworten.

Science Fiction und Horror aus der Sicht eines kritischen Szenenbeobachters. Wir laden ein zum Zuhören und zum Mitdiskutieren.

Nicht entgehen lassen!

Mit freundlichen Grüssen.

Das Sammelpunkt Team.

Wer ist Stefan T. Pinternagel?

Keine Ahnung. Deutscher Science Fiction ist nicht wirklich auf meinem Radar. Wenn schon, dann sehe ich mich eher als Paläontologe für SF-Dinosaurier, wie Terra und Utopia…

Ich kenne Stefan T. Pinternagel noch nicht und das Internet gibt auch nicht viel mehr her.

Was schreibt der denn so? Nun, so ganz einfach lässt sich Pinternagel nicht einordnen. Er schreibt unter anderem über Serienkiller, über Nazi-UFO’s und Kurt Vonnegut.

Science Fiction scheint ihm zu liegen.

Ich les mich grad in den Roman „Und morgen der ganze Weltenraum“ hinein. Der literarische Irrlauf (steht so im Klappentext…) ist als Science Fiction Roman getarnt. In diesem Roman hat es Hitler tatsächlich geschafft ein abgestürztes UFO zu kopieren, die Welt zu erobern und unterhält unterdessen mindestens eine Geheimbasis auf dem Mars. Uups.

Die Motive zu dieser Handlung hat Pinternagel aber nicht selber erfunden. Seine Quellen findet er in der literarischen Twillight Zone zwischen Science Fiction und Esoterik, zwischen UFO und Verschwörung und zwischen Atlantis und Scientology.

Das sind die X-Akten, die sogar Foxy Mulder die Schamesröte ins Gesicht treiben würden. Wenn die Ufologen den äusseren Dunstkreis der Verschwörungstheoretiker darstellen, dann sind Pinternagels Quellen am äussersten Dunstkreis des Dunstkreises angesiedelt. Sozusagen am Rand der getexteten Galaxie.

Und doch gibt es viele Sachbücher über das Thema und monatlich kommen neue Bücher dazu. Mit original Plänen und echten Bildern von UFO’s und Erlebnisberichten. Echt! Und alles im Doku-Stil, weil es sonst ja Science Fiction wäre. Die Artenvielfalt ist erheblich. Je nach Gusto kann man sich eine passende Weltsicht zusammenstellen. Vision und Paranoia ab der Stange?

JFK, die Iluminaten, das Bermuda Dreieck, diverse Geheimbünde, Atlantis und natürlich meine persönlichen Favoriten, die weissen und die grauen Aliens. Das ist, wie gesagt, eine Geschmacksfrage. Und nicht wenige aus meinem Bekanntenkreis sind fasziniert von der Schattenwelt der UFO und Atlantiden.

Und für die ist „Und morgen der ganze Weltenraum“ gedacht. Pinternagel schöpft aus dem Vollen und herausgekommen ist ein Amalgam aus Schundroman, Satire und Verschwörungsroman – respektlos, schnoddrig und manchmal verdammt lustig: Hitlär als Karrikaturr und das Dritte Reich als üppige Bühne für abstruse „alternate history“.

Präsentiert wird das als Thriller, mit kurzen Kapiteln - ganz im Stil der SF Heftromane aus den 50ern. Ein Schundroman aus einem Paralleluniversum der Paranoia (Eigentlich hätte ich den Roman lieber als Heftroman, anstelle des schmucken Taschenbuchs). Wenn schon Trash, dann aber richtig…

Und morgen der ganze Weltenraum

Atlantis Verlag
A5 Paperback
134 Seiten
ISBN 3-936742-79-0

Das zweite Buch kommt in der Form von 5 CD’s, als 5-stündiges Hörbuch: Cyber Junk. Darüber in einigen Tagen mehr…

Wer die nächste Folge von „Wer ist Stefan T. Pinternagel?“ nicht abwarten kann, soll sich doch mal www.stefan-t-pinternagel.de anschauen. Da hat’s eine Bibliographie und ein paar Bildli. Optisch ist die Site jedoch eher Entwicklungsland. Naja, vielleicht liegt’s an meinem Browser…

Stefan T. Pinternagel - Deutscher Science Fiction im Sammelpunkt!

Mark hat mich gebeten etwas über Stefan T. Pinternagel zu schreiben und mir dazu ein Buch und ein Hörbuch in die Hand gedrückt. Mach mal und schnell soll’s gehen. Denn der besagte Stefan T. Pinternagel kommt uns schon im Januar (oder Februar) besuchen.

Nur, wer ist Stefan T. Pinternagel? Und warum kommt der uns besuchen?

Pinternagel ist Science Fiction Autor, Poet und Szenenbeobachter der literarisch Randständigen, wie Ufologen und Verschwörungstheoretiker. Ein Sachbuch über Kurt Vonnegut hat er geschrieben. Er hat Artikel, Gedichte, Kurzgeschichten und Romane veröffentlicht. Und er hat viele Preise gewonnen.

Und im Januar (oder Februar) kommt er zu uns in den Sammelpunkt, um zu lesen und um Fragen zu beantworten. Und weil er heute in Zürich lebt müsste es eigentlich heissen:

Stefan T. Pinternagel - Zürcher Science Fiction im Sammelpunkt!

Den genauen Termin geben wir noch bekannt.

Steve

Science Fiction Tradition im SammelPunkt

Hoher Besuch im SammelPunkt am 23. Mai. Im Rahmen einer europäischen Konferenz für Direktoren von Kunsthochschulen war der Sammelpunkt einer der offiziellen Programmpunkte. Mit Ausstellung und Vortrag haben wir versucht den Schulleitern aus 15 europäischen Ländern unser liebstes Kind etwas näher zu bringen – das Science Fiction Genre. Gibt es einen besseren Ort für eine solche Veranstaltung?

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Western und BD

Wer in den letzten Wochen im Sammelpunkt war, kam nicht umhin gewisse Eigenheiten festzustellen. Als erstes fällt dem geneigten Besucher der Geruch auf: Putzbenzin. Stammkunden wissen, was das bedeutet – neues Material ist angekommen.

Während Mark an der Theke jedes neue Teil sorgfältig begutachtet und reinigt, ist im Arbeitsraum Mimmo damit beschäftigt einige Laufmeter Comics Seite für Seite zu prüfen und wo nötig sorgfältig zu reinigen und die Comics so weit wie möglich wieder in ihren Originalzustand zu bringen. Keine Arbeit für Anfänger. Es braucht Knowhow, ein gutes Gefühl für Papier (Bastei-Comics sind auf sehr dünnes Papier gedruckt!) und den siebten Dan in Zen.

Bessy, Lasso, Silberpfeil und Co. von Bastei!

Konkret: Mark hat wieder einmal zugeschlagen und eine riesige Sammlung von Bessy, Lasso, Silberpfeil, etc. erstanden. Die an ein jugendliches Publikum gerichteten Westernserien sind am Kiosk heute weitgehend von Superhelden und Mangas verdrängt worden. Als Sammelobjekt werden die klassischen Erzählcomics immer populärer. Das sind Western aus einer Zeit vor dem genreüblichen Zynismus, der Wilde Westen ist eine Welt der Abenteuer und Gerechtigkeit.

Bessy: Insgesammt gibt es 992 Geschichten. Ca. 600 Covers wurden von Klaus Dill gezeichnet, einem bekannten deutschen Filmplakatmaler. Auffällig ist die disziplierte Farbgebung mit dem immer wiederkehrenden Rot. Bessy erkennt man auch ohne den Schriftzug.

Silberpfeil: Der kleine Bruder von Bessy hat es auf 768 Geschichten gebracht. Im Mittelpunkt der Geschichten steht der Konflikt zwischen den Einwanderern und den Indianern. Silberpfeil schildert diesen Konflikt so wie er hätte stattfinden müssen. Auch hier: Starkes Erzählcomic am äussersten Rand der historischen Realität.

Vive la BD!

Ausserdem wird dem geneigten Besucher auffallen, dass wir wieder einmal ein Puff haben. Sprich: Im hintern Teil des Ladens, wo wir normalerweise in perfekter Ordnung Romane präsentieren, stappeln sich ausnahmsweise französische Comic-Alben. BD Einzelbände und Komplettserien. Auch hier konnten wir eine ganze Sammlung aquirieren. Da ist alles dabei, was das franko-belgische Herz erfreut. Von den Klassikern bis zu aktuellen Serien.

Das Puff wird auch noch einige Zeit so bleiben. Das Putzen, Restaurieren und Gradieren dauert eben seine Zeit. Der Geruch von Benzin und heissem Papier wird uns also noch eine Weile begleiten. Nehmen wir es als Zeichen für den kommenden Frühling.

Gruss Steve

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